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“ Kann ich das nicht von meinem Partner erwarten?“ – diese Frage kommt manchmal in der Paarberatung.

Manche Erwartungen sind erfüllbar, andere leider nicht.

Es kann auch passieren, dass es Erwartungen gibt, die nicht einmal bewusst sind, geschweige denn, dass es dazu Absprachen gibt.

Wie in der folgenden Geschichte:

 

 

Hedda zieht bei Nino ein

 

Hedda und Nino sind ein Liebespaar und beschließen, zusammen in Ninos Haus zu leben.

Das Haus ist groß und schön und schon ein bisschen alt. Nino ist dort geboren, hat seine Firma da und auch Mama wohnt in diesem Haus.
Hedda findet es dort Klasse. Sie lebt sich schnell ein und fühlt sich pudelwohl. Sie macht Rabatten neu, renoviert und tapeziert und möchte gerne , dass es noch hundert Jahre so weitergeht.

Leider blieb es aber nicht so traumhaft, denn Ninos Mama hat überhaupt nicht gefallen, was Hedda da macht.
Alles anders, und ohne abzusprechen, nee, dass passte Mama überhaupt nicht.
Und sie hat sich beschwert. Bei: Nino.
Auch Hedda hat sich bei Nino beschwert. Über Mama.
Die beiden Frauen haben miteinander nie über etwas gesprochen, das sie nicht gut fanden. Alles lief über Nino.
Und der hat sich alsbald aus dem Staub gemacht, wo immer es ihm möglich war.

So wuchs der Grimm immer weiter, bis eines Tages Hedda zu Nino sagte: „Hör zu – ich mach das nicht mehr mit. Ich ziehe wieder aus. kannst mich ja in meiner neuen Wohnung besuchen, wenn du willst. Ich gehe.“

Das wollte Nino aber nicht. Und so kamen sie zur Paarberatung.

Dort diskutierten beide heftig, zuerst über Mama, dann über sich, und es kam der Moment als Hedda ausrief:
„Hej, es ist DEINE Mutter! du kannst nicht von mir verlangen, dass ich so tue, als wäre es MEINE! Außerdem würde ich auch meine Mutter nicht so behandeln, wie du deine!“
Peng.
Nino stutzte. „Ja, das stimmt! Du hast Recht! Das war mir gar nicht klar.  Ich habe die ganze Zeit  von Dir ganz selbstverständlich erwartet, dass du meine Mutter genau so behandelst, wie ich das mache. Das geht nicht.  Und, ehrlich gesagt, mir gefällt es selber auch nicht immer. Ohhhh….“

Von dem Moment an war Schluss mit Streiten.
Beide kriegten das Lachen in die Augen und fingen an, Pläne zu entwerfen. Ein eigener Eingang für Mama, das Bad woanders hin … und sich Lösungen auszumalen.

In der Paarbertung wurden sie fortan nie wieder gesehen.

 

Sie sehen,

manche Erwartungen sind uns selbst gar nicht bewusst. Also auch kein böser Vorsatz.

Außerdem scheint es hin und wieder zu passieren, dass Menschen, die uns ganz nah stehen, nicht mehr als eigenständiges Individuum wahrgenommen werden. So sehr haben wir sie in unser Herz geschlossen. Oder sollte ich sagen: Eingesperrt?

Dann hilft: Behandle Dich selber so gut, dass jeder andere es gerne mitmacht.

Viel Freude dabei!

Ihre Elke Kaiser


Übrigens, falls Sie sich die Geschichte erzählen lassen möchten, können Sie sie auf Youtube hören:

Hedda zieht bei Nino ein


 

 

Elke Kaiser berät Unternehmerpaare, damit das Arbeitsklima stimmt und die private Partnerschaft stabil und glücklich bleibt.