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Ganz grundsätzliche Gedanken. Übers Leben und so.

Ich möchte das noch mal sagen, ehe ich neue, praktische Artikel schreibe.

Damit Sie in etwa sehen, aus welcher Richtung meine Ideen kommen.

  1. Das Wichtigste am Leben ist das Leben. Zig tausend Jahre lang gab es Menschen, die ohne Technik, Geld und Industrie überlebt haben. Es kann also nicht sein, dass diese Dinge lebensnotwendig sind. Sie sollten daher auch nicht das Ziel sein, bestenfalls das Mittel.
    Lebenswichtig sind Luft zum Atmen, gesundes Wasser, genug Wärme, nährendes Essen, liebevolle und wohlwollende Menschen, persönliches Wachstum, Freude, Sinn, und irgendwas Großes, das aus unseren Atomen ein pulsierendes, fühlendes und handelndes Wesen macht.
    Das mag sehr „grün“ klingen, ich meine das aber nicht politisch. Ich meine, wenn ich ein Entscheidungskriterium für irgendwas brauche, frage ich mich: Dient das dem Leben (der Freude, dem freien Entfalten, der Liebe)? Ja oder Nein?
    Und dann weiß ich, was für mich stimmt.
    Ich bin der Meinung, jedes Lebewesen soll artgerecht leben. Auch der Mensch.
    Die spannende Frage ist, wie geht das in einer Umgebung, in der Geld unbedingt wichtig ist und Ängste im Alltag schon als normal gelten?

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  2. Alle Menschen haben Bedürfnisse, und die sind im Grunde gleich. Nur unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Marshall Rosenberg sagte sinngemäß: „Konflikte sind der tragische Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.“
    Das ist der Bogen, warum ich tue, was ich tue.
    Mediation als Methode ergründet die Bedürfnisse der Menschen und findet Wege für sie, egal, welche Positionen am Anfang Anlass für Streit waren.
    Das ist der Weg, den ich mit denen gehe, die sich an mich wenden.
    Die spannende Frage hier: Kenne ich meine Bedürfnisse denn? Was ist mit den unbewussten oder ungeliebten Bedürfnissen, wie z.B. Rache?

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  3. Es ist gut, wenn jeder seine Bedürfnisse so gut wie möglich kennt und nennen kann, was gerade fehlt. Jeder darf bei sich beginnen, das ist die beste Basis für einen erfolgreichen Austausch.
    Das ist kein Egoismus, das ist Verantwortung übernehmen für sich.
    Spannende Frage hier: Wie schaffe ich es im Alltag, mir meine Bedürfnisse klar zu machen und für sie einzustehen? Was werden die andern davon halten? Werde ich verstoßen deshalb?

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  4. Erfolg im Zusammenleben ist dann groß, wenn beiden möglichst viele Bedürfnisse erfüllt werden.
    Die Formel E=Z*O von Weisbach zeigt das ganz gut. Also: Erfolg ist eigene Zielorientierung multipliziert mit der Orientierung am Anderen.
    100% meins mal Null% beim Andern bleibt Null.
    Und für jeden die Hälfte ergibt nur ein Viertel.
    Ich glaube, meistens ist sehr viel mehr möglich. Wenn die Auseinandersetzung grundsätzlich von Wohlwollen und Vertrauen getragen ist, also die Beziehung stimmt, kann ohne Zoff sehr wohl hart um die Sache gerungen werden, bis das bestmögliche Ergebnis erreicht ist.
    Spannende Frage: Wie schaffe ich das, ruhig und großzügig zu bleiben, wenn lauter Vorwürfe durch die Luft fliegen und mein Gegenüber für Argumente Null offen ist? Ohne in Rage zu geraten???
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  5. Es lohnt sich auch für die Beziehung selbst. Durch ehrliches Streiten, oder Verhandeln, wächst wiederum Vertrauen und gegenseitiges Verstehen. Das macht die Beziehung oft viel besser als vorher.
    Spannende Frage: Wenn ich das noch nie erlebt habe – kann ich das glauben?
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  6. Emotionen sind Tatsachen.
    Ein Image nach außen zu wahren, um dem Ansehen der Firma nicht zu schaden, ist legitim. Aber vor sich selbst sollten Sie nichts beschönigen, wenn Sie weiterkommen wollen.
    Ehrlich reden und streiten heißt Emotionen zu akzeptieren. Sie sind da und das ist gut so.
    Auch Wut und Schmerz sollen ihren Platz haben. Schaffen Sie sich beiden einen geschützten Rahmen, wo alles sein darf. Für eine Weile, nicht für immer.
    Gefühle gehen wieder, nachdem sie kommen durften.
    Der Rahmen darf natürlich auch Regeln haben, Sie müssen sich ja sicher fühlen.
    Spannende Frage: Was mache ich mit den „blöden“ Emotionen, die ich einfach nur weg haben will? Die nur nerven oder mich sogar ängstigen? Die überhaupt nicht zu mir passen, und auf einmal da sind?
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  7. Jeder hat bei sich Aspekte, die ihm selbst nicht bewusst sind.
    Und niemand weiß vom andern alles. Es gibt die wortlose Verständigung tatsächlich. Aber: Es ist ein Irrtum, zu glauben, dies wäre in jeder Situation der Fall.
    Missverständnisse daraus bleiben oft lange unbemerkt, weil die Vorannahme nicht hinterfragt wird.
    Vorannahmen sind kein persönlicher Fehler, sondern eine Effizienzleistung des Gehirns, um die Welt zu ordnen. Deshalb ist das Konzept „Schuld“ meistens fehl am Platze.
    „Ja, könnte sein – ich achte mal in Zukunft drauf, danke für den Hinweis.“ wäre eine mögliche Antwort auf Vorwürfe diesbezüglich.
    Spannende Frage: Wenn mir etwas nicht bewusst ist, weiß ich es ja nicht.
    Woher soll ich wissen, dass mir nicht irgendwas eingeredet werden soll, was gar nicht stimmt?

Ja, was meinen Sie dazu?

Möchten Sie dem folgen, oder etwas hinzufügen?

Schreiben Sie in das Kommentar – Kästchen, ich freue mich über Austausch.

 

 

Elke Kaiser Dipl.Ing.oec und Mediatorin unterstützt ratsuchende Unternehmerpaare, eine gelungene, bereichernde Beziehung zu leben und im Unternehmen für ein gutes, gewinnbringendes Arbeitsklima zu sorgen.