Unternehmerpaar Zusammenarbeit Titel Elke Kaiser

Anlass und Besonderheiten

Diesen Artikel schreibe ich aus der Perspektive der Beraterin. Das Leben als Unternehmerpaar hält einige Besonderheiten bereit, auch, damit Zusammenarbeit gut gelingt.
Angelika Neumann sammelt in ihrer Blogparade verschieden Aspekte zu diesem Thema. KLICK!
Mir ist es wichtig, die Ergänzungen einzubringen, die für Sie als Unternehmerpaare relevant sind.

 

Das Thema Zusammenarbeit denke ich in drei Ebenen. Selbstredend die Zusammenarbeit im Team mit anderen Mitarbeitern. Außerdem die Zusammenarbeit als Paar miteinander und, als tiefste Ebene, die Zusammenarbeit des „inneren Teams“, also die individuelle Handlungsfähigkeit.

 

Hypothesen – Was braucht´s, damit Zusammenarbeit möglich wird

Meiner Meinung nach sind zwei Bedingungen nötig: Gute Beziehungen auf allen Ebenen, und Klarheit.

Das klingt zunächst einfach, in Wahrheit sind es weite Felder, die im Alltag in der Umsetzung auch herausfordernd sein können. Heute und hier geht’s um den Überblick, um Konturen deutlich zu machen.

Ganz großartig fände ich, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, ob Sie mir folgen wollen oder widersprechen. Schreiben Sie mir bitte!

Gute Beziehungen auf drei Ebenen

1.      Das innere Team – die Selbstbeziehung

Die Beziehung zu mir selbst ist der Ausganspunkt, die tiefste Ebene.

Je nachdem, ob ich mit mir selbst liebevoll und akzeptierend rede und dadurch stärker werde, oder ob ich mich durch Selbstkritik oder falsche Vergleiche selbst runterziehe – es wirkt auf jeden Fall. Nach innen und nach außen. Wie der Grundton die Musik oder die Farbpalette das Gemälde prägt, so äußert sich unser Umgang mit uns selbst in jedem Moment, in allen Bereichen. Gelingt das gut, ist das der Schlüssel zu gelingenden Beziehungen zu anderen. In der Liebe und im Beruf. Das ist ein Riesenthema, fast das größte für mich überhaupt.

2.      Das Paar – Haben Sie ein Privatleben. Haben Sie?

Die zweite Ebene ist, wie gut es Ihnen als Paar gelingt, die Arbeitsbeziehung und ihr ganz persönliches, ihr intimes Leben erfüllend zu gestalten.

Die tiefen menschlichen Bedürfnisse wirken aus dem Un-Bewussten heraus in den Alltag. Wenn Privatleben ins Unglückliche abdriftet, wird sich das auf das Unternehmen auswirken. Es kann zwar sein, dass private Probleme mit Arbeit wegbetäubt werden. Das muss kein wirtschaftlicher Schaden sein. Aber Freude, Lebendigkeit und Kreativität versiegen mit der Zeit. Mühe und Anstrengung machen das Leben schwer.
Sie wollen für ihr Unternehmen da sein? Bitte, aber nicht auf Kosten Ihres privaten Glücks.
Ich finde den oft zitierten Spruch mit dem „Fisch vom Kopf her“ furchtbar. Der wahre Kern ist, dass Sie Ausstrahlung haben. Auf alle, denen Sie begegnen. Also, wenn es Ihnen gut geht als Person und als Paar, ist das ein super Voraussetzung, damit es dem Unternehmen und den Menschen darin ebenfalls gut geht.

3.      Alle, die im und mit dem Unternehmen arbeiten

Wenn Sie mit sich und beide miteinander im Reinen sind, wird ihnen der Schritt leichtfallen, in Ihrer Umgebung für gute Zusammenarbeit zu sorgen.

Was Sie sich gönnen, können sie auch Ihrer Umgebung erlauben. Die Erfordernisse der Arbeit werden nicht torpediert durch Störungen der Beziehungsebene.
Sollten sie diesen Zustand erreichen, dann glauben Sie bloß nicht, dass er ewig hält. Konflikte werden kommen, das ist sicher. Sie haben aber bei sich und als Paar gelernt, souverän und locker das Beste draus zu machen. Nämlich etwas, mit dem alles Beteiligten gut leben können.

Unten mehr dazu, wie genau das geht.

Klarheit

Gute Beziehungen sind eine Voraussetzung für gute Zusammenarbeit, Klarheit die zweite.

Auch dazu ist viel viel mehr zu sagen, als hier im Überblick möglich ist.

Ich beschränke mich auf Rollenklarheit als Paar und Klarheit im Arbeitsprozess.

Rollenklarheit als Paar

Das ist eine Spezialität als Unternehmerpaar. Paare, die nicht zusammenarbeiten, brauchen sich darüber keine Gedanken zu machen.

Worum geht’s?
Es geht um die Verwirrung, die entstehen kann, wenn Privates und Dienstliches sich vermischen.
Das passiert leicht. Schließlich agieren in beiden Fällen die gleichen Personen, und, mal ehrlich, wer kann schon immer die Arbeit am Feierabend total aus dem Kopf raushalten? Die Tücken sind unscheinbar, die Folgen können schwerwiegend sein.

Erstens gelten Im Privaten andere Normen und Regeln als im Beruf. Wer hat das Sagen? Was ist gerecht? Jeder gleich oder nach Leistung? Zum Beispiel.

Zweitens ist für einige Menschen (schauen Sie mal kurz bei sich, ob Sie dazu gehören?) die Versuchung groß, sich Liebe durch Leistung verdienen zu wollen – was nie funktionieren kann. Sie strampeln sich vergeblich ab, und fühlen sich irgendwann enttäuscht.

Drittens kann es schnell passieren, dass wir nahestehende Menschen genau so behandeln wie uns selbst. Sind wir nett zu uns selbst, ist das kein Problem. Aber in Momenten von Frust und Stress? Wer lässt da nicht mal gern Dampf ab? Ist unzufrieden mit sich, aber nörgelt am Partner rum? Bei Fremden hält man sich leichter zurück.

Deshalb: Auch wenn es wahrscheinlich nie völlig gelingt – je klarer Beruf und Privates voneinander abgegrenzt werden, desto einfacher sind diese Konfusionen zu vermeiden.

 Klare Regeln und Strukturen im Arbeitsprozess

Für gute Zusammenarbeit ist wichtig, dass störende Aktionen wie Suchen, Wartenmüssen oder fehlende Informationen so selten wie möglich sind.

Wenn jede/r weiß, was wann und wie zu tun ist, wo die Verantwortung liegt, wie delegiert werden kann, wer wenn informiert, wen man fragen und wo nachschlagen kann. Im passenden, sinnvollen Maß mit genug Freiräumen, dann ist schon viel gewonnen. Das ist klassisch Arbeitsorganisation, auch ein weites Themenfeld, aber hier denke ich, Sie haben genug davon schon umgesetzt und wissen, was ich meine.

Leicht gesagt. Und wie geht das?

Wie aber kann man gute Beziehungen fördern auf diesen Ebenen? Konflikte sind unvermeidlich, und sogar nötig. Das Leben ist nicht statisch, nichts bleibt ewig, wie es war. Es braucht immer mal wieder Besinnung und neue Vereinbarungen.

Hilfreich ist eine offene Haltung, und der Abschied von dem Konzept, es müsse „Schuldige“ geben. Wer kanns ändern? Wie geht es besser? Sind Fragen, die weiterbringen.

Unterschiede erkennen und gutheißen

Jeder ist ein bisschen anders, und das ist gut so. Kraftvoll nach vorn gehen ist genau so richtig wie Wertvolles bewahren, Kreativität so wichtig wie Organisation. Und ja, manchmal scheinen die Charaktere nicht zusammen zu passen. Trotzdem kann man gut zusammenarbeiten, wenn die Unterschiede einfach okay sind für alle. Böse Absichten zu unterstellen ist fast immer fehl am Platz. Jeder hat einen guten Grund – eben aus seiner eigenen Sicht. Miteinander reden hilft oft.

Bedürfnisse und Interessen wahrnehmen und leben lassen

Was aber tun, wenn unterschiedliche Positionen und Meinungen aufeinander treffen? Oder wenn ich an mir Eigenschaften finde, ich selber unmöglich oder lästig finde? Wie soll da eine gute Beziehung draus werden?

Der Dreh ist, zu gucken, welche Bedürfnisse oder Interessen hinter dieser „negativen“ Meinung stecken. Genau das ist der Kern bei Mediationen. Herausfinden, was will, was braucht dieser Mensch oder der innere Anteil. Das zu fragen und wahrzunehmen nimmt schon die Anspannung aus der Luft.

So gelingt der Dialog für gemeinsame Lösungen.( Auch die Verabredung, den Kontakt zu reduzieren, kann eine gute Lösung sein.)

Wenn Sie alle Schritte einer Mediation wissen möchten, klicken Sie hier.

Basis für Organisation

Die Orientierung an Bedürfnissen – an Ihren, denen der Kunden und Mitarbeiter und des Unternehmens – sorgt dafür, dass Strukturen und Arbeitsorganisation einen haltgebenden Rahmen bilden, aber kein zu enges Korsett. Also weniger Anweisungen, mehr Absichten. Mehr Vertrauen in sich und andere, dass Störungen überwunden werden.

Fazit:

Zusammenarbeit wird richtig gut, wenn es den Menschen gut geht und sie klare Kommunikationsformen finden, damit Konflikte und andere Störungen so schnell wie möglich als Impuls für Veränderungen zum Besseren verstanden werden.

Gut geht’s den Menschen, wenn sie ihre Bedürfnisse kennen, artikulieren und damit geachtet werden.

Wenn die Beziehungsebene stimmt und die organisatorischen Vereinbarungen klar sind, sind Erfolge auf der Sach-Ebene fast unvermeidlich.

 

Elke Kaiser begleitet als Mediatorin Unternehmerpaare, um gute Beziehungen miteinander und im Team zu pflegen. Außerdem ist sie Prozessbegleiterin im Förderprogramm unternehmensWert:Mensch. Personalführung und -entwicklung sind ihre Themen.