Bin ich denn ein Pechmagnet?

Die Welt hat sich gegen mich verschworen

Neulich hatte ich eine Strähne. Eine Pechsträhne.

Zuerst sprang das Auto nicht an. Dann flirrte die Tastatur und schrieb, was sie wollte.
In meiner Buchhaltung fehlten Belege, zu allem Überfluss fiel der Server meines Mailanbieters aus.
Mein Mann knurrte mich an, völlig grundlos!  und ein Becher voll Joghurt landete auf meinen frischen Klamotten.

 „Das kann doch nicht wahr sein! Bin ich ein Pechmagnet oder was?“
dachte ich, während ich mir in den Finger schnitt.

Ich setzte mich ins Auto, (die Batterie war inzwischen aufgeladen). Bloß raus hier!

An der Schranke musste ich warten. Wieder ging´s nicht weiter!
Auf einmal kam mir die Frage meiner befreundeten Kollegin in den Sinn:
„Was müsste passieren, damit es noch schlimmer wird?“

Des Pudels Kern

Die Antwort folgte sofort. „Da müsste es …(Familienmitglied)  noch schlechter gehen.“

Ich war baff.
Mir dämmerte, dass ich meine Sorgen um den Gesundheitszustand meiner Familie beiseite geschoben hatte, nicht wahrhaben wollte.
Deshalb haben die sich einen anderen Weg gesucht, damit ich sie wahrnehme. Wow!
Bei meiner Freundin angekommen, erzählte ich ihr, dass …  krank sei, und ich mir Sorgen mache. Ein paar Tränen flossen, und ich fühlte mich um 10 kg erleichtert. So viel Druck war weg! Unglaublich.

Ich fuhr nach Hause und arbeitete weiter. Und weiter. Und weiter.
Am nächsten Tag merkte ich, dass ich mir lauter Themen ran holte, die noch gar nicht aktuell waren. Dass ich mir den Kopf vollstopfte, während die Arme sich anfühlten, als klebten sie am Körper oder wären aus Blei.

„Was ist denn nun noch? Ich hab doch gestern gemerkt, dass ich was wegdrücken wollte, reicht das nicht?“

Nein, offenbar reichte es nicht. Ich brauchte noch Zeit, und ich brauchte Bewegung, um die Starre aus dem Körper zu kriegen.

Neue Kraft schöpfen

Was will ich Ihnen damit sagen?

Bestimmt kennen Sie das ja auch von sich. Oder bei einem Mitarbeiter läufts zeitweise gar nicht rund.

Ganz viele Missgeschicke mit einer einzigen Ursache!

Pech, Lähmung, kaputte Utensilien, Unfälle – alles kann ein Signal sein, dass etwas ganz anders nicht stimmt.

Was kann man tun?

Am besten ist es, mal ein Stückchen zurück zu treten und inne zu halten.
Die Störungen nehmen sich eh ihre Zeit, Sie verlieren also nichts.

Und wenn da etwas ist, das wirklich traurig oder schmerzhaft ist, hilft es, dem Zeit zu geben, und eine Möglichkeit, aus dem Körper raus zu kommen.
Am Ende helfen ein – zwei Stunden, um wochenlanges Ungemach zu beenden und zu verhindern.

Ich bin sicher, dass viele Erscheinungen, wie Trödeln, Vergessen, Unfälle, Hektik oder Rumzicken, ihren Ursprung haben in ungewollten Gefühlen oder Einsichten.
Der innere Konflikt drängelt sich nach außen, damit man ihn endlich sehen muss.

Der erste Schritt ist also: Hingucken. Was ist denn los? Erlauben, dass es kommen darf. Eine Weile.

Um sich wieder zu stärken, gibt es viele Wege.
Finden Sie Ihren, das tut allen gut!
Alles, was Freude macht, Erholung bringt, den Rücken stärkt, Erfolgserlebnisse produziert.
Malen, singen, schreien, trommeln, walken, laufen, Tanzen, Rad fahren, Wandern, was auch immer.
Sicher haben Sie schon rausgefunden, was es für Sie ist.

Wenn nicht – was meinen Sie:
Wäre das eine schöne Monatsaufgabe, sich eine Liste anzulegen: „Meine 20 Tankstellen“?
Dann haben Sie jede Menge Möglichkeiten parat, wenn Sie der Blues packt!

Fazit:

Shit happens, und zum Leben gehören Schmerz und Trauer.

Es kann vielerlei Ärger bereiten, wenn wir das nicht akzeptieren.

Nicht immer ist offensichtlich, was genau die Wurzel des Übels ist. Manchmal muss man einen Schritt zurücktreten und sich Zeit geben. Das lohnt sich, weil das Problem sich die Zeit sowieso nimmt.

Erholung ist grade dann wichtig, wenn scheinbar keine Zeit dafür ist. Störungen nehmen sich ihre Zeit am liebsten dann, wenn wir es am wenigsten gebrauchen können.

Übrigens, Ihren Mitmenschen kann das auch geschehen. Manchmal ist Zuspruch die beste Maßnahme, wenn einer aus der Spur fällt.

 

Jetzt Sie: Was tun Sie, wenn sich scheinbar die Welt gegen Sie verschworen hat? Wie finden Sie Ihre Kraft wieder?

Elke Kaiser begleitet als Mediatorin Unternehmerpaare, um gute Beziehungen miteinander und im Team zu pflegen. Außerdem ist sie Prozessbegleiterin im Förderprogramm unternehmensWert:Mensch. Personalführung und -entwicklung sind ihre Themen.